4. Bezirksimkerstammtisch, am 4. Juli 2003

Der 4. Bezirksimkerstammtisch fand am Freitag, 4. Juli 2003, 20:00 Uhr, im GH Neuer Zoll, Fließ/Neuer Zoll, statt. Da es immer wieder Probleme bei der Einwinterung (Auffütterung, Wintersitz,…) gibt, sprach IM Marcel Klotz zum Thema: Arbeiten im Juli – Vorbereitung auf den Winter.

Der Jahrhundertsommer 2003 lässt einen Spitzenertrag an Honig erwarten. Dabei muss beachtet werden, dass bei fehlender Raumgabe durch den Imker auch der Brutraum verhonigen kann. Was kurz nach der Ernte versäumt wird, wirkt in das ganze neue Imkerjahr hinein. Mit der Nachsommerpflege beginnt bereits das neue Bienenjahr. Wartet der Imker  mit der Ernte zu lange zu, wird der Varroadruck zu stark. Je früher die Varroa aus dem Volk entfernt wird, desto besser. Nach dem Abräumen – auch aus dem Brutraum müssen Honigwaben (vor allem mit Wald- und Heidehonig) entnommen werden – muss sofort ein Eimer Flüssigfutter aufgesetzt werden. Bereits beim Abräumen wird der Wintersitz vorbereitet.

WL Klotz Marcel behandelt seine auf eine Zarge zusammengezogenen Zandervölker mit je 25 ml 85%-iger Ameisensäure, wobei die Säure auf ein angefeuchtetes und ausgewundenes Saugtuch aufgeträufelt wird, das auf eine Varroatasse gelegt, unten in den Hochboden eingelegt wird. Vorgangsweise bei dieser Schockbehandlung: Um 6 Uhr in der Früh wird der Putzkeil entfernt und mit dem Vulkan Rauch ins Volk geblasen. Das Varroagitter mit dem AS-Tuch wird nur wenige Zentimeter unten eingeschoben, dann wird gewartet, bis sich die Bienen zurückgezogen haben. Nach einigen Minuten wird das Gitter schrittweise weiter in die Beute hinein geschoben.

Achtung: Frisch zugesetzte Königinnen sollten nicht mit AS behandelt werden, ebenso nicht Jungvölker mit frisch zugesetzten Zuchtköniginnen. Bei der Schockbehandlung muss auf gutes, trockenes Wetter gewartet werden. Nach 10 Tagen wird die zweite Schock­behandlung durchgeführt. Nur bei extrem starkem Druck kann auch nach einer Wartezeit von ca. 14 Tagen eine dritte Schockbehandlung erfolgen, allerdings nie öfter als dreimal behandeln!

Bis zum Hohen Frauentag muss ¾  des Futters im Volk sein, bis zum 20.8. oder spätestens 28.8. müssen die Völker in unseren Breitengraden fertig aufgefüttert sein, damit die Sommerbienen noch das Futter umarbeiten und mit vielen Fermenten anreichern können. Offenes Futter kann Schwitzwasser anziehen, wenn die Außentemperatur sinkt. Das Futter kann dann gären. Keine Futterzusätze verwenden, sondern nur Zuckerwasser 1:1 oder Fertigfutter. Ist die Auffütterung beendet, wird die Stockwindel gezogen und das Gemülle auf Varroa-Abfall überprüft. Innerhalb weniger Tage kann durch Zuflug fremder Bienen eine Reinfektion erfolgen!

WL Marcel Klotz hält nichts von einer Langzeitbehandlung mit AS, empfiehlt aber eine Nachbehandlung bzw. Restentmilbung mit Oxalsäure oder Perizin, das aber verschreibungspflichtig ist. Wenn in der brutfreien Zeit eine Milbe pro Tag abfällt, sitzen noch ca. 400 Milben auf den Bienen. Eine Nachbehandlung ist unumgänglich! WL Marcel Klotz spricht sich gegen eine Verwendung von Pichtin und Bienenfit aus.

IM Klotz empfiehlt die Umweiselung von Völkern nicht, wie oft praktiziert, Anfang Juli durchzuführen, sondern erst nach der AS-Behandlung, wenn man das letzte Futter gibt. Jungköniginnen immer am Vormittag zusetzen, nicht am Nachmittag oder gar am Abend, wenn alle Flugbienen zu Hause sind. Ableger erstellt er bereits Ende Mai bis Mitte Juni. Der Referent spricht sich gegen die Bildung von Kunstschwärmen beim Abräumen aus, da sich diese Völker in unserem Gebirgsland nicht mehr optimal entwickeln können.

 

Obleutetreffen , am 6. Juli 2003

Das Obleutetreffen 2003 fand am 6. Juli heuer beim Bienenstand des Ehrenpräsidenten des Landesverbandes für Bienenzucht in Tirol Ing. Hans Trenkwalder in Landeck statt. Im Laufe der Zeit sammeln sich immer wieder Dinge an, die besprochen gehören. Diese Besprechung der Faulbrutproblematik im Paznaun, der Wandermeldungen und des Feuerbrandproblems im Raum Prutz wurde in der Pizzeria Zaggi in Bruggen durchgeführt.