Obleutetreffen, am 2. Juni 2001 in Fließ

Um 9 Uhr trafen sich zwölf der 17 Obmänner des Bezirkes Landeck vor der Pfarrkirche in Fließ zum diesjährigen Obleutetreffen. Bezirkobmann (BO) Herbert Schlatter führte die Gruppe vorbei an der geschichtlich interessanten Margarethenkapelle zum Lehrbienenstand der HS Fließ. Auf einem brachliegenden Weidegrund unmittelbar am naturwissenschaftlich interessanten Fließer Steppenhang, den zahlreiche seltene Schmetterlinge bewohnen, hat der engagierte BO zusammen mit interessierten Schülern zwei Pultständer aufgestellt. Jeder der 8 Schüler hat im Unterricht eine Beute selbst angefertigt und ein Volk zur Betreuung erhalten. Eine einfache Hütte bietet Platz für Zargen und Arbeitsgeräte, Stichschutz und Wabenmaterial. Dem Betreuer ist dabei wichtig, dass die Schüler zu jeder Tageszeit Zutritt zu diesem Areal haben und selbständig ihre Völker betreuen.

Ein gefüllter Schaukasten erregte sogleich das Interesse der Imker. Rasch war die Königin gefunden. Freundschaftliche Ratschläge zum Ausbau des Schaukastens (eventuell Teile im Kaltbau ausbauen lassen), zur Bepflanzung des Teiches und zum Schutz der aufgestellten Schautafeln (größeres Vordach) waren als Anregung und keinesfalls als Kritik gedacht.

 Ein Imker des BZV Fließ, der zugleich Archivar des Museumsvereins Fließ ist, führte im Anschluss an die Standbesichtigung durch das Archäologische Museum. Fließ ist als Verkehrsknotenpunkt der Vorzeit - an den Durchzugswegen vom Arlberg über den Piller nach Wenns, Imst, Innsbruck bzw. ins Außerfern und vom Reschenpass zum Arlberg oder nach Imst - Fundort zahlreicher Kult- und Gebrauchsgegenstände. Die ältesten Bronze-Fundstücke stammen aus der Hallstattzeit und sind mit 1500 vor Chr. datiert. Aus der Römerzeit fand man zahlreiche Münzen. Ein Ring mit eingraviertem Kreuz aus dem 4. Jh. n. Chr. ist eines der ersten Zeichen der Christianisierung im Oberland. Die Imker interessierten sich auch für die Schalensteine, die am Rückweg vom Lehrbienenstand vor der Margarethenkapelle besichtigt worden waren.

 In der gemütlichen Zirbenstube des Gasthofs Schwarzer Adler, dem Geburtshaus von Nikolaus Tolentin Schuler, dem Gründer des Krankenhauses Zams, fand die Obleutetagung statt:

BO Herbert Schlatter entschuldigte die abwesenden Obmänner. Er berichtete von den erfolgreich durchgeführten Hygieneschulungen in Zams und Pians (für das gesamte Stanzertal), regte eine weitere Schulungen für das Paznauntal (Kappl) an und kündigte eine geplante Schulung für Fließ und das Obere Gericht an. Der genaue Termin wird in den Regionalblättern bekannt gegeben.

Jeder Obmann erhielt Werbefolder zur Anwerbung neuer Mitglieder und zum Auflegen bei den jeweiligen Bankinstituten.

Gottlieb Nigg wird an der HS Prutz-Ried eine Gruppe von Schülern für die Imkerei anwerben, mit ihnen Beuten herstellen und einen ähnlichen Lehrbienenstand wie in Fließ in der Nähe der Hauptschule errichten. Die HS Vorderes Stanzertal in Pians erhält einen Schaukasten, den Ehrenbezirksobmann Johann Weiskopf füllen und betreuen wird.

Die Homepage des BZV Zams mit der Bezirksseite wurde von BO Herbert Schlatter lobend erwähnt. Norbert Prantner bittet die Obleute um Fotos und um Mitgliederlisten, damit jeder Verein eine eigene Seite erhalten kann. Auch Aktuelles soll immer dem Betreuer der Homepage gemeldet werden, wie die 100-Jahr-Feier des BZV Pfunds-Nauders-Spiss, die heuer am 12. August in Pfunds stattfinden wird. Obmann Theodor Westreicher gab kurz einen Überblick der zu dieser Feier geplanten Veranstaltungen.

Herr HR Univ.Doz.Dr.DI Hermann Pechhacker vom Institut für Bienenkunde in Lunz am See möchte eine Kartierung der Pollenweide in Tirol erstellen und mit alten Daten vergleichen, um feststellen zu können, welche Pflanzen in den letzten Jahrzehnten verschwunden sind. Dazu sollte jeder Obmann ¼ kg Honig zusammen mit einem ausgefüllten Beiblatt bei BO Herbert Schlatter oder bei Ehrenpräsident Ing. Hans Trenkwalder abgeben. Letzter Abgabetermin ist der 17. Juni (Bezirksausflug).

Mit der Bitte um weiterhin gute Zusammenarbeit schloss BO Herbert Schlatter die Obleutetagung 2001.